Epidurale Injektionen
Einspritzung von entzündungshemmenden, abschwellenden und schmerzstillenden Medikamenten in den Epiduralraum. Der Epiduralraum ist vereinfacht ausgedrückt der Raum zwischen der Wand des Wirbelkanals und der mit Hirnwaser (Liquor) gefüllten Hülle, in welcher sich die Nervenbahnen befinden. Epidurale Injektionen können z. B. bei Bandscheibenvorfällen mit Nervenwurzelreizungen oder bei einer Einengung des Wirbelkanals (Spinalstenose) sinnvoll sein. Wie die meisten der genannten Therapieverfahren, kann eine epidurale Injektion bei uns jederzeit im Rahmen der Sprechzeiten ambulant in den Praxisräumen durchgeführt werden. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie und ist in der Regel weitestgehend schmerzfrei. Für die anschließende Überwachung und Entspannung steht Ihnen ein angenehmer Ruheraum zur Verfügung
Diese Technik ist eine Form der epiduralen Injektion, bei welcher jedoch in den Epiduralraum eine spezielle und sehr dünne Sonde (Katheter) eingebracht und bis zu drei Tagen belassen wird, so dass die Medikamente mehrmals ohne erneuten Eingriff nachgespritzt werden können. Professor Gabor Racz hat dieses moderne Verfahren vor mehr als 15 Jahren am Pain-Management-Institut an der Universität in Lubbock/Texas/USA entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Epiduralkathetern, welche relativ einfach und ungezielt in den Epiduralraum eingebracht werden können, besteht der Katheter nach Racz aus einem speziellen Material (vergleichbar mit einer hohlen Spiralfeder) und kann von geübter Hand gezielt direkt bis an den Bandscheibenvorfall und die komprimierte Nervenwurzel herangeführt werden, was zur Folge hat, dass die Medikamente direkt am Ort der Schmerzursache in höchster Konzentration vorliegen und auch im günstigsten Fall - durch Einspritzen mit dosiertem Druck - entzündliche Gewerbsverklebungen ohne Operation aufgedehnt oder gar gelöst werden können.
Da der Racz-Katheter nach der Einführung in Deutschland wegen der Einspritzung von höher konzentrierter 10%iger Kochsalzlösung und von einem Enzym namens Hyaluronidase oft der Kritik ausgesetzt war, verzichten wir auf diese beiden Substanzen, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine gleich gute Wirkung bei jedoch deutlich geringerem Komplikationsrisiko und erheblich reduzierter Schmerzwahrnehmung zur Folge hat!
Der epidurale Katheter – modifiziert nach Racz – wird vor Allem bei nicht befriedigender Wirkung von epiduralen Injektion eingesetzt und ist neben dem ansonsten gleichen Indikationsspektrum auch bei Vernarbungen nach Bandscheibenoperation sehr gut geeignet, weiterbestehende postoperative Schmerzen und Nervenwurzelreizungen (Postnukleotomie-Syndrom) zu lindern.
Unter einer Facettenblockade versteht man eine gezielte schmerzstillende und entzündungshemmende Injektion in oder um die Wirbelgelenke („Facettengelenke“). Hierdurch können chronische Schmerzzustände aller Wirbelsäulenabschnitte, welche am häufigsten durch Wirbelgelenks-Verschleiß mit nachfolgender chronischer Gelenkreizung bedingt sind, gelindert oder beseitigt werden. Die Facettenblockade wird ambulant und zumeist unter Kontrolle mittels Röntgen-Durchleuchtung (Bildwandler) oder Ultraschall durchgeführt und kann bei entsprechender Indikation auch mit weiteren der hier genannten Verfahren kombiniert werden.
Um nach einer Facettenblockade eine anhaltende Schmerzreduktion zu erreichen, ist ein regelmäßiges Training der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur sinnvoll. Zusätzlich empfielt sich oft eine Facettendenervierung, welche bei uns sehr schonend mittels Thermosonde durchgeführt wird.
Dort wo eine Facettenblockade zur Schmerzreduktion geführt hat, aber eine weitere Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Kortison) nicht sinnvoll ist, können die betroffenen Wirbelgelenke mittels einer Spezialkanüle bzw. Thermosonde unempfindlich gemacht werden. Hier werden die schmerzleitenden Nervenfasern der Wirbelgelenke, in einem bestimmten Bereich zwischen 5 und 10 mm Länge, erhitzt, was in der Regel zu einer lang anhaltenden Schmerzfreiheit oder Schmerzlinderung (oft mehr als 1,5 Jahre) führt. Dieses Verfahren ist sehr schonend und komplikationsarm und wird in der Praxis ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Die Facettendenervierung versetzt viele Patienten dank der guten schmerzlindernden oder schmerzbefreienden Wirkung in die Lage, überhaupt erst wieder ein effektives Wirbelsäulen-stabilisierendes Muskelaufbautraining durchzuführen. Dank dieser Technik konnten auch Versteifungsoperationen der Wirbelsäule deutlich reduziert oder überflüssig werden, sofern diese früher allein wegen chronisch-therapieresistenter Wirbelgelenks-Schmerzen vorgenommen wurden.
Gedeckte Bandscheibenvorfälle oder Bandscheibenvorwölbungen (Protrusionen) bilden die Vorstufe eines Bandscheibenvorfalles, bei welchem schließlich Bandscheibengewebe in den Wirbelkanal austritt, und können oftmals sehr schmerzhaft sein (insbesondere auch beim Husten, Niesen oder Pressen). Der Grund dafür ist, dass der aus Knorpel bestehende äußere Faserring der Bandscheiben Risse bekommt und schmerzempfindlicher wird. Zudem drückt die innere weiche Bandscheiben-Substanz, der sog. Gallert-Kern (Nucleus pulposus), nach außen bzw. in Richtung Wirbelkanal, was schließlich die Nervenfasern reizt und Schmerzen verursacht. Durch Druckerhöhung, wie z. B. beim Niesen, wird dieser Effekt verstärkt. Dank verschiedener minimal-invasiver Methoden ist es möglich, einerseits diesen Druck zu reduzieren und andererseits auch den spröden Faserring zu stabilisieren – mit dem Ziel der Schmerzreduktion und der Vermeidung eines offenen nicht-gedeckten Bandscheibenvorfalles.
Die für die genannte Indikation in Frage kommenden Techniken, werden als intradiscale Verfahren bezeichnet, da sie ihre Wirkung innerhalb der Bandscheibe (=intradiscal) entfalten. Alle Verfahren können ambulant und sehr schonend durchgeführt werden. Durch einen kurzen „Dämmerschlaf“, in welchen Sie der betreuende Anästhesist versetzt, erfolgt der Eingriff für Sie in der Regel angenehm und schmerzfrei.
Wenn eine Nervenwurzel im Wirbelkanal oder an deren Austritt aus dem Kanal eingeengt wird, führt dies oft zu Missempfindungen, starken ausstrahlenden Schmerzen und teilweise auch zu Lähmungserscheinungen an den Extremitäten, welche zunächst als Schwäche - zum Beispiel bei der Fußhebung, beim Zehenstand oder beim Greifen und Halten - empfunden werden. Durch eine gezielte sog. „periradikuläre“ Umspülung der Nervenwurzel mit entzündungshemmenden und abschwellenden Medikamenten, können die genannten Symptome schnell zum Abklingen gebracht werden. Eine besonders gute Wirkung wird oftmals in Kombination mit einer epiduralen Injektion erzielt. Zumeist sind drei bis vier ambulante Behandlungen erforderlich.
Unser Leistungsspektrum im Überblick:
SPEZIALGEBIET
| Dr. Beckert besitzt eine mehr als 10-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Schmerztherapie von Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankungen, welche zu den häufigsten Volkskrankheiten zählen. Dabei kommen insbesondere komplikationsarme „minimal-invasive“ Therapiemethoden zum Einsatz, welche dem aktuellen Stand der modernen Medizin und Schmerztherapie entsprechen. Minimal-invasiv bedeutet, dass die betroffenen Strukturen, wie Nervenwurzeln, Bandscheiben oder Wirbelgelenke, ohne offene Operation, sondern nur mittels spezieller Injektionstechniken oder mittels Einbringung dünner Sonden und Katheter zielgenau behandelt werden. Diese „Micro-Therapie“, |
![]() |
Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten von uns angebotenen minimal-invasiven Therapieverfahren an der Wirbelsäule: